Von Schokoladenseiten und verrutschten Krönchen

Kennst du das? Dein Hund hat sich gerade von seiner Schokoladenseite gezeigt bei der Hundebegegnung mit seinem Erzfeind. Du freust dich wie Harry und gehst im Gefühl weiter, den besten Hund der Welt an deiner Seite zu haben. Das hast du natürlich auch, immer und in jedem Fall. Egal, ob er der nervigen Nachbarskatze hinterher kläfft oder ob er sich auf deinen Rückruf mit einer flotten Hundertachziggradwende in deine Richtung schmeisst.


Nur vergisst du das sicher in dem Moment, wo du dich am liebsten in Luft auflösen würdest, weil dein Liebling gerade seine Schokoladenseite für Ostern aufspart, und du den Eindruck hast, die ganze Welt schaut kopfschüttelnd auf dich und deinen Hund. Und je nachdem, wie du selber gerade innerlich aufgestellt bist, kann dich deine negative Emotion den ganzen Spaziergang lang begleiten.
Wie schade doch für diese verpasste Stunde Qualitätslebenszeit. Hast du schon mal darüber nachgedacht, wieso es uns Menschen oft so schwerfällt, wieder in den Moment zu kommen und Störungen als das anzusehen, was sie sind? Nichts weiter, als kleine Wolken, die kurz am Himmel vorbeiziehen und danach schon wieder der Sonne Raum geben. Nein, wir kauen auf der erlebten Situation rum, wie ein Hund auf seinem Büffelhautknochen. Wir graben gedanklich in die Tiefe, wie unsere Hunde an einem Mauseloch. Nur, um uns nochmals die damit verbundenen negativen Emotionen durchleben zu lassen. Und nur, um wiederholt zum Schluss zu kommen, dass wir gerade als Hundehalter versagt haben.
Deiner Fellnase am anderen Ende der Leine geht das so ziemlich am Hintern vorbei. Für sie ist die Katze bereits wieder Vergangenheit und der Erzfeind kann bis morgen warten. Was dein Hund aber gar nicht einordnen kann, ist deine immer noch verärgerte Stimmungslage. Und nein, dein Hund hat definitiv kein schlechtes Gewissen. Dafür war die kurze Katzenhetze einfach zu göttlich. Und auch das gestohlene Wurstbrot zu himmlisch, um sich dafür mies zu fühlen. Ausser, die Wurst war bereits über dem Datum, aber das war dann einfach Pech. Und selbst dann besteht für deinen Hund kein Zusammenhang mit dem Ereignis «Stehlen». Hund findet, Hund frisst. Hunde sind ja schliesslich Jäger und Sammler. Uebrigens genau wie der Homo Sapiens auch.
Wobei wir wieder bei dir und deiner Stimmung angekommen sind. Ich sage dir, es lohnt sich definitiv nicht, dich länger als ein paar Minuten mit einer Peinlichkeit oder einem Aerger zu befassen, die dein Hund mit seinem «Faux-Pas» in dir ausgelöst hat. Im Gegenteil. Danke der Vorsehung, dass sie dir so eine tolle Uebungssituation zum Loslassen negativer Gedanken und Gefühle geschickt hat. Steh auf, rücke deine Krone zurecht und geh weiter. Ruf dir alle Situationen kurz in Erinnnerung, wo ihr beide stolz und voller Freude eine ähnliche Situation bereits gemeistert habt. Natürlich darf dein Verstand die Situation analysieren und ein kleines Lernziel daraus formulieren. Wir sind ja schliesslich alle in einem ständigen Lernprozess. Such dir dann bewusst eine einfachere Uebungsanlage auf deinem Spaziergang, die für dich und deinen Liebling bewältigbar ist. So holst du euch immer wieder kleine und grosse Erfolgserlebnisse in euer gemeinsames Unterwegssein. Bis ihr beide ganz sicher seid für die nächste Stufe.
Was ich dir unbedingt noch mitgeben möchte: Lernprozesse sind nie linear. Wir treffen auf Umwege, ziehen Schlaufen, fallen in Löcher und Gräben, bewältigen Hindernisse, rutschen mal den Hang wieder runter. Nur, um aus diesen Erfahrungen gestärkt und mit neuen Erkenntnissen gemeinsam die nächsten Schritte zu machen.
Sei freundlich zu dir, pflege einen herzlichen, liebevollen und konsequenten Umgang mit deinem Hund. So, dass er sich mit seinem ganzen Sein auf dich einlassen und dir vertrauen kann.

In dem Sinne: Auch wenn die Krone mal rutscht, bist du trotzdem im Herzen König-In.

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